Tomb Raider PC mit DirectX 11 und TressFX: Grafikkarten-Benchmarks - Update: Neuer Patch, erste Ergebnisse
Quelle: AMD
Lara Croft bekommt ein Face- und Hairlift: 17 Jahre nach dem originalen Tomb Raider hüpft eine verjüngte Lara durch ein brandneues Abenteuer. PC Games Hardware wirft einen Blick auf die DirectX-11-Technik, die Haar-Erweiterung "TressFX" und den Leistungshunger des Spiels.
Update: Es gibt mittlerweile einen neuen Patch für die PC-Version von Tomb Raider, der diverse Verbesserungen verspricht. Wir haben uns das Update angesehen und können folgende Veränderungen bestätigen:
- Linseneffekte, die vorher nur im Fenstermodus zu sehen waren, sind nun sichtbar (u.a. Lens Flare)
- Die Haare im internen Benchmark wurden verändert (es fliegen nur noch kleinere Strähnen herum)
- Die Grafikfehler im internen Benchmark auf einer Geforce sind nicht behoben: Es gibt weiter ein Flackern im Gesicht; je nach Einstellung hellbraun flackernde Haare
- Die Haare werden auf einer Geforce immer noch falsch dargestellt, wenn man im Spiel von FXAA auf SSAA wechselt
Bei einem Testlauf mit Geforce Titan gibt es minimal geringere Fps - vermutlich weil einige Linseneffekte nun mit berechnet werden müssen.
TressFX mit FXAA
- Vorher: 63 - 70,2 (Min. Fps / Average Fps)
- Nachher: 62 - 69,2 (Min. Fps / Average Fps)
TressFX mit 4x OGSSAA
- Vorher: 30 - 37,8 (Min. Fps / Average Fps)
- Nachher: 30 - 36,5 (Min. Fps / Average Fps)
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Tomb Raider bietet am PC diverse Grafikverbesserungen gegenüber den Konsolen. Neben DirectX-11-Unterstützung inklusive Hardware-Tessellation freuen sich Besitzer einer modernen Grafikkarte über präzise Umgebungsverdeckung und Laras neue Frisur: AMD hat mit dem Tomb-Raider-Entwickler Crystal Dynamics eng zusammengearbeitet, um die "erste Echtzeit-Haar-Rendertechnologie in einem Spiel" zu erschaffen. Das Ergebnis "TressFX" setzt auf DirectCompute und dessen Möglichkeiten der Parallelberechnung, welche zur Echtzeitdarstellung vieler Haare nötig ist. TressFX ist folglich kein Radeon-exklusives Feature, sondern läuft auch mit Geforce-Grafikkarten. AMD gibt an, die Grundlage für TressFX seien frühere Arbeiten mit Order Independent Transparency, die unter anderem bereits in der Mecha-DX11-Techdemo genutzt wurden. Der DirectX-11-Vorteil liegt darin, dass die Sortierung der vielen transparenten Oberflächen nicht mehr vom Prozessor erledigt werden muss, sondern mittels Pixel-Listen, Einzelzugriffen beim Speicher (Atomics) sowie Append-Consume-Buffern auf der GPU erfolgen kann - DirectCompute macht's möglich.
Tomb Raider: Grafik-Spielereien Marke PC
Tomb Raider: Erweitertes Optionsmenü Quelle: PC Games Hardware
Interessant sind vor allem die erweiterten Einstellungen in Laras Grafikmenü: Hier lässt sich die Qualität mithilfe von Presets zwischen "Niedrig" bis "Höchste" einstellen. Daneben gibt es Extra-Schalter für die Texturqualität (Low bis Ultra), Texturfilter, Anti-Aliasing (FXAA, 2x SSAA, 4x SSAA), Schatten (An/Aus), Schattenauflösung (Low bis High), Level of Detail (Low bis Ultra), Haarqualität (normal/TressFX), Reflexionen (Aus bis High), Depth of Field (Aus bis Ultra) und SSAO (Aus bis Ultra). Auch die Tessellation und das Post Processing lassen sich an- und ausschalten.
Bemerkenswert: Wie bei einigen anderen Spielen aus AMDs "Gaming Evolved"-Programm bietet auch Tomb Raider spielinternes "Downsampling": Aktivieren Sie 2x SSAA, handelt es sich dabei faktisch um 1,5x1,5-faches Supersample-AA mit geordnetem Abtastmuster (2,25x OGSSAA); 4x SSAA entspricht 2x2 OGSSAA. Die eingestellte Render-Auflösung wird ergo pro Pixelachse erhöht, was den Rechenaufwand in die Höhe treibt. Da Tomb Raider bei aktivem SSAA nicht auf FXAA verzichtet, wird das Bild sauber geglättet.
Obacht: Bei unseren Tests stellte sich heraus, dass noch nicht alle Grafikoptionen des vorgeschalteten Menüs zuverlässig übernommen werden. So lässt sich zwar Supersample-AA einstellen, im spieleigenen Grafikmenü ist jedoch nur FXAA aktiv. Derartige Probleme umgehen Sie, indem Sie die Grafikeinstellungen stets im Spiel durchführen bzw. überprüfen.
Tomb Raider: TressFX im Detail
Die Tomb-Raider-Entwickler nutzen DirectCompute für die Echtzeit-Physiksimulation von TressFX Hair. Jede der unzähligen Haarsträhnen wird als eine Kette mit Dutzenden von Verbindungen behandelt, sodass Einflüsse wie Schwerkraft, Wind oder Kopfbewegungen realistische Auswirkungen auf Laras Haare haben. Außerdem gibt es eine Kollisionsabfrage, damit Haarsträhnen sich nicht gegenseitig überlagern oder andere feste Oberflächen wie Laras Kopf, Kleidung oder Körper durchstoßen. Verwirbelte Haare gehen langsam auch wieder in ihren Ausgangszustand zurück - so wie im richtigen Leben. Natürlich kostet all das Rechenleistung - da es sich um Compute handelt, wird folglich der Grafikchip stärker belastet. Und so sieht TressFX in Aktion aus:
Vom Hauptmenü aus lässt sich ein integrierter Benchmark starten, welcher einen Kameraflug um Lara Croft abbildet und somit die Vorteile der AMD-Technologie TressFX zur Schau stellt. Hierbei handelt es sich um einen Worst Case, da Laras Haarpracht großflächig abgebildet ist. Die Bildrate wird in diesen Test stark von TressFX beeinträchtigt, im Spiel sind die Auswirkungen meistens geringer - in den zahlreichen Zwischensequenzen kommt es jedoch mitunter vor, dass eine Nahaufnahme von Lara einen Slowdown zur Folge hat. Sehen wir uns zunächst jenen Ernstfall in Form des integrierten Benchmarks an. Da sich dieser zum jetzigen Zeitpunkt als untauglich erweist - es kommen unterschiedliche Ergebnisse bei gleichen Einstellungen heraus und der Min-Wert ist inkorrekt -, lassen wir während des Tests Fraps mitlaufen:
Die Ergebnisse zeigen einerseits, dass TressFX wie erwartet kein AMD-exklusives Feature ist, sondern auch auf Geforce-Grafikkarten funktioniert. Andererseits fällt der Einbruch durch TressFX bei allen Grafikkarten gleich aus, einzig die GTX 670 verliert minimal mehr Leistung - das liegt jedoch im Rahmen der Messtoleranz. Die einzige Unregelmäßigkeit, welche in dieser Form nicht im wirklichen Spiel auftritt, ist die Niederlage der Geforce GTX Titan gegenüber der Radeon HD 7970 GHz Edition. Dazu gleich mehr.
Tomb Raider: "Real World"-Benchmarks mit Grafikkarten
Da der integrierte Benchmark nur wenig mit dem eigentlichen Spiel zu tun hat, führen wir die Praxis-Benchmarks in einer üblichen Spielszene durch. Wir entschieden uns spontan für eine Szene zu Beginn des Abenteuers: Lara kämpft sich mit Hilfe des Spielers durch eine Höhle und erblickt erstmals Tageslicht. Die von uns "Cliffs" genannte Outdoor-Szene bietet eine relativ hohe Sichtweite, Partikeleffekte sowie eine kurze Nahaufnahme von Laras Haarpracht, wird jedoch komplett von uns gespielt und enthält keine Zwischensequenz. Bei "Cliffs" handelt es sich um keinen Worstcase, aber um eine typische, ansehnliche Spielszene. Der integrierte Benchmark bildet übrigens eine ähnliche Szene an ebendiesen Klippen ab.
Wie immer fixieren wir den Kepler'schen GPU-Boost auf die von Nvidia garantierten Durchschnittswerte für nichtübertaktete Karten (GTX Titan: 876 MHz, GTX 680: 1.058 MHz, GTX 670: 980 MHz, GTX 660: 1.033 MHz). Weitere Informationen dazu entnehmen Sie unseren jeweiligen Tests dieser Grafikkarten.
Eindeutig: Ohne TressFX und SSAA ist selbst eine Geforce GTX 460 in der Lage, Tomb Raider flüssig darzustellen. Aktivieren Sie jedoch TressFX, gehen die kleinen DirectX-11-Grafikkarten in die Knie. Interessant ist, dass die Geforce-Grafikkarten ohne die erweiterten Haar-Effekte tendenziell gut abschneiden - beispielsweise rangiert die GTX 460 vor der sonst schnelleren HD 6870 -, durch TressFX aber stärker einbrechen und damit ihre Führung einbüßen. Spaß in Full HD plus TressFX kommt erst ab einer Geforce GTX 570, Radeon HD 6970 oder Radeon HD 7850 auf. Ebenfalls erkennbar ist, dass das Spiel ein anderes Fps-Niveau zeichnet als der integrierte Benchmark-Kameraflug.
Wissenswert: Die wichtigsten Tests zur aktuellen Grafikkartengeneration von Nvidia und AMD
- RX 480 Test: Preisbrecher mit 14-nm-Technik
- RX 470 Test: Nur wenig langsamer als ihre große Schwester
- RX 460 Test: Die Kleine mit der Polaris-11-GPU
- GTX 1080 Test: High-End von Nvidia
- GTX 1070 Test: Gehobene Mittelklasse von Nvidia
- GTX 1060 Test: Konkurrenz für die RX 480
- Titan X Test: Brachiale Exklusivität
Die bestmögliche Qualität durch 4x SSAA, womit das Spiel bei Full HD intern mit 3.840 x 2.160 Pixeln berechnet wird, streckt fast alle handelsüblichen Grafikkarten nieder. Einzig die Radeon HD 7970 GHz Edition und Nvidias Geforce GTX Titan sind in der Lage, die 30-Fps-Marke zu nehmen. Schalten Sie TressFX aus, sind auch hier Bildraten im 40- bis 50-Fps-Bereich möglich.
Tomb Raider: Grafikfehler mit Geforce
Einige Geforce-Nutzer berichten derzeit von Abstürzen und Grafikfehlern, Letztere können wir bestätigen: Auf jeder getesteten Geforce (400/500/600/Titan) bekamen wir in Kombination mit SSAA regelmäßig kaputte Frisuren sowie weitere Artefakte zu Gesicht - im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Grafikfehler betreffen auch das Self-Shadowing in Laras Antlitz. Der neue Geforce-Treiber 314.14 schafft keine Abhilfe. Ein kompletter Neustart des Spiels und eine direkte Einstellung im externen Spielmenü sollte das Problem beheben; einigen Nutzern bringt auch das Abschalten der Tessellation Stabilität. Radeon-Grafikkarten mit dem Catalyst 13.2 Beta 7 durchliefen unseren Test fehlerfrei.